Nagelattacke auf Biker

vor 3 Jahren von Traildevil


Anfang des Monats wurde eine E-Mountainbikergruppe unter der Leitung zweier Guides der «Swiss Bike School» Opfer eines perfiden «Aprilscherzes». Auf einem Trail am Cholfirst bei Schaffhausen hatten Unbekannte angespitzte Nägel im Wurzelwerk des Trails versteckt. Insgesamt waren von dieser Nagelattacke sechs Mitglieder der Gruppe betroffen – bei einem Bike waren sogar beide Laufräder beschädigt. Man kann von Glück reden, dass es zu keinem Sturz kam und zumindest keine Menschen zu Schaden kamen.



Am Folgetag suchten Mitarbeiter der Swiss Bike School um den Guide Ernst Nägeli den betroffenen Trail und dessen Umgebung mithilfe eines Metalldetektoren ab – und entdeckten bei drei Begehungen insgesamt 12 Nägel. Teils wiesen diese bereits Rostspuren auf, müssten also schon vor längerer Zeit im Waldboden versteckt worden sein. Offenbar war aber ein Grossteil der Nagelfallen relativ neuen Datums. Zumindest war Ernst Nägeli zwei Wochen vor der besagten Tour auf Erkundung auf demselben Trail unterwegs gewesen, ohne dass es zu Zwischenfällen gekommen war.


Ganz neu sind diese Vorkommnisse freilich nicht: Schon im Juli 2022 war eine Mountainbike-Gruppe auf einem anderen Trail in der Nähe des Grenzweges Opfer einer vergleichbaren Nagelattacke gewesen. Die Nägel waren in diesem ersten Fall in Fahrtrichtung verbogen – trotzdem vermutet die Polizei, bei der Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung und versuchter Körperverletzung erlassen wurde, dass beide Nagelattacken auf dieselbe Täterschaft zurückzuführen ist.

Offenbar scheint dieses Problem auch ein flächendeckendes zu sein. Auch bei einer von Polizei und Forst durchgeführten Suchaktion wurde eine weitere Nagelfalle entdeckt – und zwar auf der Uhwieser Seite.  

Komplett vernagelt!

Hier stellt sich schon die Frage, was einen (oder mehrere) Menschen reitet, eine solch böswillige Attacke zu starten. Sicherlich birgt das Mountainbiken im Wald – wiewohl auf geeigneten Wegen grundsätzlich erlaubt – Konfliktpotenzial. Es sollte aber doch jedem halbwegs klardenkenden Menschen nachvollziehbar sein, dass durch eine Nagelfalle nicht nur Reifen platzen, sondern potenziell auch Menschen dauerhaft zu Schaden kommen können. Um vom schlimmsten Fall, nämlich dem eines tödlichen Unfalls, mal ganz zu schweigen. Welche Motivation kann einen solch perfiden Angriff erklären? Der Wunsch nach mehr Umweltschutz kann jedenfalls kaum dahinterstecken. Schliesslich weist der zuständige Revierförster Renato Morano darauf hin, dass auch Wildtiere durch solche Aktionen gefährdet würden. An Böswilligkeit ist ein solches Verhalten jedenfalls kaum zu überbieten – wer so handelt, stellt sich unabhängig von der dahintersteckenden Motivation ins Unrecht.



Einstweilen gilt beim Biken in dieser Region: Augen offenhalten! Zwar sind eventuell immer noch vorhandene Nägel gut getarnt, und vor allem während der Fahrt kaum erkenntlich. Allerdings gilt es, den oder die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Dazu benötigt die Polizei sachdienliche Hinweise. Kommentare

Traildevil

vor 3 Jahren 4/11/2023

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Dominik Bosshard