Hart und Ragot sind die Sieger von Schladming

vor 3 Jahren von silvio
Hinter uns liegt eines der wohl härtesten, aber auch schönsten Rennen der bisherigen iXS Saison. Den mehr als 400 Fahrern aus 30 Nationen wurde es beim zweiten Lauf des iXS European Downhill Cup in Schladming nicht leicht gemacht, am Ende verließen Danny Hart und Emmeline Ragot mit einem Doppelerfolg für MS Mondraker den Platz als Sieger.


Casey Brown - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

(Quelle: PM- iXS European Downhill Cup) Die Zielarea sucht nach dem Umbau für die alpinen Skiweltmeisterschaften definitiv seines Gleichen und eignet sich somit absolut perfekt für ein hochkarätiges Downhill Rennen dieser Art. Das Stadion war ringsum gefüllt mit den großen Trucks der Teams, die ihre Pits damit direkt an der Ziellinie dem Publikum präsentieren und den Fahrern den optimalen Support liefern konnten. Der 2500 Meter lange Kurs mit seinen 600 zu bewältigenden Metern Höhenunterschied bot erwartungsgemäß alles, was eine moderne und anspruchsvolle Strecke benötigt. Der Schwierigkeitsgrad wurde bereits am Freitag durch nasse Bedingungen noch einmal gesteigert, wobei der Spaßfaktor unangetastet hoch blieb. 
 
Tracey Hannah - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

In der Elite Women Klasse unterstrichen in der Qualifikation die drei großen Favoritinnen noch einmal ihre Qualität und setzten sich mit einem ordentlichen Vorsprung vom restlichen Feld ab. Tahnée Seagrave (GBR - FMD Racing) bewies ihre aktuelle Topform mit knapp 3 Sekunden Vorsprung auf die Vorjahressiegerin Emmeline Ragot (FRA - MS Mondraker). Als Drittbeste reihte sich Tracey Hannah (AUS - Polygon UR) ein. Nach aller Wahrscheinlichkeit würde also die Podiumsverteilung des Finales unter diesen dreien ausgefahren werden, obwohl sicherlich einige der insgesamt über 30 Frauen die Hoffnung auf einen Podestplatz nicht ganz aufgegeben hatten.

Emmeline Ragot - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

Bei den Damen legte Veronika Widmann (ITA - Bike Club Egna Neumarkt) die erste ernst zu nehmende Zeit vor und nahm damit erst einmal eine Zeit lang im Red Bull Hot Seat platz. Ihre 5:11.859 Minuten überdauerte aber auch nicht ewig, denn bereits fünf Fahrerinnen später verdrängte sie Alba Wunderlin (SUI - Stützrädli), wobei diese nicht einmal Zeit zum Platznehmen im Sitz der Schnellsten hatte, denn Casey Brown (CAN - Bergamont Hayes Team) unterbot direkt wieder. Als nächstes war es Petra Bernhard (RC-Gravity-Eagles), die sich mit nur 3 Zehntelsekunden davorschob, allerdings lagen wir zu diesem Zeitpunkt immer noch über der 5 Minuten Marke, die am Vortag zumindest von den drei großen Favoritinnen locker unterboten wurde. Kurze Zeit später war es Miranda Miller (CAN), die gleich mal um 10 weitere Sekunden verbesserte.

 Casey Brown  - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

Allerdings leuchten zu dieser Zeit alle weiteren Zwischenzeiten der noch ausstehenden Fahrerinnen grün, so dass Millers Führung nur auf absehbare Zeit halten konnte. Emilie Siegenthaler (SUI - Pivot Factory Team) patzte im unteren Teil und reihte sich nur auf dem aktuell fünften Platz ein. Danach kam Tracey Hannah über die Ziellinie und konnte sich souverän an die Spitze schieben. Aber da waren ja noch Emmeline Ragot und Tahnée Seagrave. Schon als Ragot ins Sichtfeld des Zielbereiches kam, war klar, das würde eine absolut neue Bestzeit und mit Überqueren der Ziellinie leuchtete ein Minus von 10 Sekunden auf. Nun war es nur noch Seagrave, die etwas gegen den erneuten Erfolg von Ragot ausrichten konnte, aber die junge Britin musste sich dann doch der Zweifachen Weltmeisterin geschlagen geben und reihte sich mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz ein. Dritte wurde also Tracey Hannah, gefolgt von Miller und Bernhard.

Danny Hart - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

Nach diesem Finale der Frauen lag so viel Spannung in der Luft, dass die Atmosphäre besser nicht hätte sein können, um direkt mit dem Super Final zu starten. Es dauerte ein paar Fahrer, bis die Zeit von Vergier aus dem Small Final unterboten werden konnte. Die erste Zeit, die in der Region der Bestmarke des Vortags lag, legte mit 4:08.430 Minuten Wyn Masters (NZL - Team Bulls) vor. Dann war es Ruaridh Cunningham (GBR - Unior Tools Team), der sogar Danny Harts Zeit des Vortages unterbot.

Brook MacDonald - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

Nun standen große Namen an der Startlinie, unter anderem Edward Master (NZL - Bergamont Hayes Team), Brook MacDonald (AUS - Trek World Racing) und Mark Wallace (CAN - Devinci Global Racing). Aber keiner der nachfolgenden Favoriten konnte auch nur annähernd etwas an der Sitzplatzverteilung auf der Bühne des Hot Seats ändern. Erst Local Markus Pekoll (AUT - MS Mondraker) unterbot an der Zwischenzeit, auch wenn er sich bis zum Ziel dann wieder zwei Sekunden Rückstand einhandelte. Danach war es erst wieder Loic Bruni, bei dem die Zwischenzeit vielversprechend aussah. Und tatsächlich schaffte der Französische Meister den Vorsprung bis ins Ziel aufrecht zu erhalten und setzte sich damit in Führung.

 Loic Bruni - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

Danach war George Brannigan an der Reihe, auch bei ihm leuchtete an der Zwischenzeit ein grünes Minus auf und auch der Neuseeländische Meister rettete seinen Vorsprung bis ins Ziel, besser gesagt, er baute diesen sogar noch auf 1,4 Sekunden aus. Dann waren alle Augen auf Danny Hart gerichtet. Im Zielstadion wurde es nun etwas ruhiger und die Spannung war förmlich zu spüren. Konnte der Spezialist der nassen Bedingungen dieses Wochenende dominieren?

 Danny Hart - © extreme-pics.de / Benjamin Prescher

An der Zwischenzeit hatte er 1,5 Sekunden Vorsprung, aber als er über den Zielsprung ging, war es ganz und gar nicht eindeutig, doch die Anzeigetafel offenbarte es: Danny Hart siegte mit 4:03.573 Minuten und einem hauchdünnen Vorsprung von nur 3 Zehntelsekunden vor George Brannigan und Loic Bruni. Somit wiederholten die drei ihr Ergebnis der Qualifikation und verwiesen Cunningham und Pekoll auf die nachfolgenden Plätze.

© extreme-pics.de / Benjamin Prescher

Kommentare

silvio

vor 3 Jahren 6/22/2015

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Hansueli Spitznagel