Getreten, geschreddet, geschunden: Erosion und Mountainbikes
vor 2 Jahren von Traildevil
Auf den Pfaden des Mountainbikings, Singletrails, liegt die wahre Leidenschaft. Jeder Mountainbiker, ob männlich oder weiblich, lüstet nach den schmalen, kurvenreichen Wegen, die eine Mischung aus naturnaher Oase und dem ultimativen Adrenalin-Kick sind. Die besten unter ihnen sind heiss begehrt. Verständlicherweise jedoch nicht nur von der Bike-Community, sondern von einer Vielzahl von Nutzergruppen: Wanderer, Reiter und manchmal sogar Motorradfahrer wollen einen Bissen vom Trail-Kuchen abhaben. Ein Weg, der viel benutzt wird, leidet entsprechend: Verschmutzung, Erosion oder anderweitige Schäden sind die Folge. Unter den Beschuldigten stehen Mountainbiker oft an vorderster Front. Ihnen wird vorgeworfen, die Erosion zu fördern und die Natur stärker zu beeinträchtigen als andere Nutzer. Um das Klischee über Mountainbiker zu vervollständigen, müssten die Beschuldigten jetzt nur noch lautstark Punk Musik hören und alle 50 Tiefenmeter leere Dosenbier einem verängstigen Reh entgegenwerfen. Das solche Bilder nicht der Wahrheit entsprechen und dem Weltbild all jener angehören, die wohl noch nie einen Wald betreten haben, scheint auf der Hand zu liegen. Dennoch muss darüber gesprochen werden, welchen Anteil Biker und Bikerinnen haben, wenn es um die Nutzung aber eben auch die Abnutzung von Trails geht.
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Auch wenn uns persönlich die MTB-Thematik schon lange Jahre begleitet, war sie bis vor ein paar Jahren eine Randerscheinung im globalen Ranking, um die beliebtesten Sportarten. Entsprechend schwierig ist es für eine solch spezielle Nutzergruppe die notwendigen Studien zitieren zu können. Der durch die Corona Bestimmungen ausgelöste Bike-Boom hat die Thematik zum Überkochen gebracht, aufgezeigt, wo überall nachgebessert werden sollte und welche Fragen wir zukünftig bearbeiten sollten.
Die International Mountain Bike Association (IMBA) hat sich diesem Thema gewidmet und interessante Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Trails und ihren Nutzern auf die Umwelt gesammelt. Studien aus den USA haben gezeigt, dass Mountainbiker nicht mehr zur Erosion beitragen als Wanderer. Tatsächlich zeigen die Untersuchungen, dass Reiter mit ihren Pferden oft die Hauptursache für Bodenerosion sind.
Hier ein Link zu einigen Nachschlagewerken: IMBA-Resource Hub
Obwohl der Mountainbike-Community nur ein Teil in die Schuhe geschoben werden kann, muss man der Tatsache ins Auge blicken, dass man Teil der Abnutzung ist. Folgenschwerer wird es da schon, wenn wir unser besonnenes Fahrverhalten über den Haufen werfen und jeden Singletrail wie einen Bikepark behandelt, der mehrere Male im Jahr wiederhergestellt wird.
Wer um Akzeptanz bittet, sollte auch in der Lage sein, sich so auf den Trails zu verhalten, dass die Spuren minimal sind. Blockierte Hinterräder, die über den frischen Loam schlittern haben genauso wenig etwas auf Trail verloren wie Abkürzungen oder eigens errichtete Sprünge, die mitunter noch zur Gefahr für andere werden. Besonders in steilem Gelände wird dadurch der Boden abgetragen, vor allem wenn die Trails feucht oder nass sind. Es ist wichtig, schlammige Wege zu meiden und die Regel «Ride don’t slide» zu befolgen, um die Erosion zu minimieren.
Der Zustand der Wege hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Beschaffenheit des Bodens, die Steilheit des Geländes und das Vorhandensein von Drainagen. Der größte Eingriff in die Natur ist jedoch generell die Anlage von Wegen. Neue Wege, die von Wanderern angelegt werden, können sich viel stärker verzweigen als diejenigen, die von Mountainbikern genutzt werden.
Letztens Endes liegt es an uns selbst, wie wir wahrgenommen werden wollen. Der erste Schritt für ein besseres Miteinander ist es also, sich einzugestehen, dass man selbst auch Spuren hinterlässt. Warum also nicht als Ausgleich auch mit anpacken? Lokale Vereine sind häufig gut organsiert und kümmern sich in Absprache mit anderen Stakeholdern darum, dass Wege Instandgehalten werden, um lange auf einen Spass zu haben. Beim nächsten Ride also einfach mal erkundigen, wer die Wege pflegt und die eigenen Paar Hände anbieten.
Mehr Informationen: IMBA Schweiz Kommentare

Auch wenn uns persönlich die MTB-Thematik schon lange Jahre begleitet, war sie bis vor ein paar Jahren eine Randerscheinung im globalen Ranking, um die beliebtesten Sportarten. Entsprechend schwierig ist es für eine solch spezielle Nutzergruppe die notwendigen Studien zitieren zu können. Der durch die Corona Bestimmungen ausgelöste Bike-Boom hat die Thematik zum Überkochen gebracht, aufgezeigt, wo überall nachgebessert werden sollte und welche Fragen wir zukünftig bearbeiten sollten.
Die International Mountain Bike Association (IMBA) hat sich diesem Thema gewidmet und interessante Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Trails und ihren Nutzern auf die Umwelt gesammelt. Studien aus den USA haben gezeigt, dass Mountainbiker nicht mehr zur Erosion beitragen als Wanderer. Tatsächlich zeigen die Untersuchungen, dass Reiter mit ihren Pferden oft die Hauptursache für Bodenerosion sind.
Hier ein Link zu einigen Nachschlagewerken: IMBA-Resource Hub
Obwohl der Mountainbike-Community nur ein Teil in die Schuhe geschoben werden kann, muss man der Tatsache ins Auge blicken, dass man Teil der Abnutzung ist. Folgenschwerer wird es da schon, wenn wir unser besonnenes Fahrverhalten über den Haufen werfen und jeden Singletrail wie einen Bikepark behandelt, der mehrere Male im Jahr wiederhergestellt wird.
Wer um Akzeptanz bittet, sollte auch in der Lage sein, sich so auf den Trails zu verhalten, dass die Spuren minimal sind. Blockierte Hinterräder, die über den frischen Loam schlittern haben genauso wenig etwas auf Trail verloren wie Abkürzungen oder eigens errichtete Sprünge, die mitunter noch zur Gefahr für andere werden. Besonders in steilem Gelände wird dadurch der Boden abgetragen, vor allem wenn die Trails feucht oder nass sind. Es ist wichtig, schlammige Wege zu meiden und die Regel «Ride don’t slide» zu befolgen, um die Erosion zu minimieren.
Der Zustand der Wege hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Beschaffenheit des Bodens, die Steilheit des Geländes und das Vorhandensein von Drainagen. Der größte Eingriff in die Natur ist jedoch generell die Anlage von Wegen. Neue Wege, die von Wanderern angelegt werden, können sich viel stärker verzweigen als diejenigen, die von Mountainbikern genutzt werden.
Letztens Endes liegt es an uns selbst, wie wir wahrgenommen werden wollen. Der erste Schritt für ein besseres Miteinander ist es also, sich einzugestehen, dass man selbst auch Spuren hinterlässt. Warum also nicht als Ausgleich auch mit anpacken? Lokale Vereine sind häufig gut organsiert und kümmern sich in Absprache mit anderen Stakeholdern darum, dass Wege Instandgehalten werden, um lange auf einen Spass zu haben. Beim nächsten Ride also einfach mal erkundigen, wer die Wege pflegt und die eigenen Paar Hände anbieten.
Mehr Informationen: IMBA Schweiz Kommentare