Das globale Mega Race-Weekend

vor 3 Jahren von Traildevil
Langsam wird’s ernst in Sachen Bike-Saison. Das merkt man jedes Jahr spätestens dann, wenn die Profis wieder voll im Saft stehen und um die ersten Podestplätze des Jahres kämpfen. So wie am vergangenen Wochenende, als es gleich auf vier Kontinenten zur Sache ging. Ein kleiner Überblick.



Flückiger mit Paukenschlag zurück
Beim ersten Rennen der ÖKK BIKE REVOLUTION 2023 am Tessiner Monte Tamaro hat sich Mathias Flückiger mit einem Paukenschlag zurückgemeldet. Bei seinem dritten Rennen in diesem Jahr fuhr er  mit grossem Vorsprung vor Vital Albin und Luca Schätti seinen ersten Sieg ein. Bei den Frauen siegt die Italienische Meisterin Martina Berta.

Offenbar wollte es Flückiger wissen: schon in der ersten von sieben Runden setzte sich Flückiger vom Feld ab und baute diesen Vorsprung im Rennverlauf kontinuierlich aus – auf bis zu 2:30 Minuten Vorsprung im Ziel. Der Kampf um die verbleibenden Podestplätze verlief weit spannender. Lars Forster fiel wegen eines Reifendefekts aus der Spitzengruppe heraus. So machte sich Flückiger Teamkollege Vital Albin alleine an die Verfolgung und krönte eine starke Leistung mit einem zweiten Platz. Luca Schätti folgte auf Rang 3 nach.

Bei den Damen siegte Martina Berta, die nationale Meisterin aus Italien. In der dritten von sechs Runden fuhr sie mit einem starken Antritt einen Vorsprung heraus, und gab die Führung bis zum Schluss nicht mehr ab. Sina Frei und Nicole Koller belegten die Plätze 2 und 3. Die Weltranglistenführende Alessandra Keller erwischte keinen optimale Tag, und belegte den fünften Platz.

Insgesamt wetteiferten in Rivera gut 700 Teilnehmer und Teilnehmerinnen in den Kategorien Spitzensport, Nachwuchs und Breitensport um den Tagessieg. Die nächste Etappe der ÖKK BIKE REVOLUTION findet am 6. und 7. Mai statt. Dann startet in Chur das City-Spektakel – ein Heimspiel für Weltmeister Nino Schurter.



Erster Enduro-Weltcup in Tasmanien
Nach 10 Jahren EWS hat die Disziplin Enduro nun einen weiteren Schritt gemacht, und wurde in den UCI MTB World Series integriert. Den ersten Enduro-Weltcupsieg holten sich Isabeau Courdurier und Luke Meier-Smith.

Die beiden Races wurden über sechs Stages mit Zeitnahme entschieden und fanden zwischen Tasmaniens Eukalyptusbäumen hoch über dem Derwent Valley statt. Insgesamt mussten die Racer rund 54 km Strecke mit mehr als 1.200 Hm Anstieg und knapp 3.000 Tm an Downhill absolvieren.

Der zweite Streich des UCI Mountain Bike Enduro World Cup folgt sogleich: bereits am nächsten Wochenende vom 31. März bis 1. April findet im australischen Derby das zweite Rennen der Saison statt.




Cape Epic Finale
Last-Minute-Sieg: In einem spannenden Finale konnten sich Christopher Blevins und Matthew Beers auf der letzten Etappe durchsetzen, und verwiesen das Duo Andri Frischknecht und Nino Schurter noch hinter dem deutschen Team aus Georg Egger und Lukas Baum auf den dritten Rang. Bei den Frauen triumphieren Kim le Court und Vera Looser.

Lange Zeit hatte es für Andri Frischknecht und Nino Schurter sehr gut ausgesehen. Schon auf der ersten Etappe eroberten die beiden das gelbe Trikot der Gesamtführenden und gaben dieses auch beim Zeitfahren auf der vierten Etappe nicht mehr her. Auf der fünften Etappe jedoch legten die Deutschen einen starken Alleingang hin und verwandelten einen Rückstand von etwa einer Minute in einen Vorsprung. Auf der sechsten Etappe fielen die beiden Deutschen bei miserablen Bedingungen jedoch durch einen Defekt am Schaltwerk zurück, so dass Frischknecht und Schurter die Führung im Gesamtklassement wieder übernehmen konnten. Das Schweizer Duo ging mit 90 Sekunden Vorsprung in die Schlussetappe. Allerdings erwischte Frischknecht einen rabenschwarzen Tag, so dass die beiden die Attacken der konkurrierenden Teams nicht mehr parieren konnten. Am Ende blieb Rang 3 in der Gesamtwertung übrig.




Action pur bei der Crankworx World Tour in Neuseeland
Die Crankworx World Tour 2023 im neuseeländischen Rotorua endete mit beeindruckenden Siegen für Emil Johansson, Loïc Bruni, Jess Blewitt und Harriet Burbidge-Smith.

Beim Slopestyle-Wettkampf am Sonntag startete Johansson seine Crankworx-Saison mit einem weiteren beeindruckenden Sieg. Allerdings machte der Pole Dawid Godziek dem schwedischen Seriensieger das Leben nicht leicht. Johannson legte mit einem überragenden Lauf eine Punktzahl von 93,75 vor, welche Godziek vorerst nicht parieren konnte. Allerdings steigerte sich dieser im zweiten Lauf deutlich und gab alles, um Johansson unter Druck zu setzen. Am Ende reichte es für den Polen aber nur für eine 93,5 so dass Johansson relativ entspannt seinem 10. Crankworx-Sieg entgegenfahren konnte.

Beim Downhill zeigte der fünfmalige Weltmeister Bruni eine beeindruckende Form, und fuhr unter herausfordernden Bedingungen vor dem Schweden Oliver Zwar und dem Amerikaner Neko Mulally die schnellste Zeit ein. Im Downhill-Finale der Frauen fuhr die Neuseeländerin Jess Blewitt ihren ersten Sieg bei der World Tour ein, nachdem sie im Jahr 2020 hatte bereits die Juniorenkategorie entscheiden konnte.




Cerro Abajo: Der Kolumbianer Juanfer Vélez holt den Gesamtsieg
Das «Red Bull Cerro Abajo» urban Downhill-Race in Valparaíso, Chile, hat als Einzelrennen über die Jahre Kultstatus erlangt. In diesem Jahr wurde der Cerro Abajo erstmals als Serie, mit drei kurz aufeinander folgenden Rennen in Chile, Kolumbien und Mexico ausgetragen.

Das dritte und letzte Rennen am vergangenen Wochenende im mexikanischen Guanajuato konnte der Kolumbianer Camilo Sánchez für sich entscheiden – sein Landsmann Juanfer Vélez holte sich den ersten Gesamtsieg der spektakulären Serie. Auf der 1,2 Kilometer langen Strecke in Mexiko ging es zum Schluss nochmals richtig zur Sache. Vélez war wegen eines Reifedefekts sogar aus dem Rennen gefallen. Durch seinen zweiten Platz beim Auftaktrennen in Valparaíso und den Sieg in seinem Heimatland im Medellín reichte die Gesamtpunktzahl von 119 Punkten aber trotzdem für den Gesamtsieg. Der Tagessieger Sánchez brachte es in der Schlussabrechnung auf 95 Punkte und einen zweiten Rang. Dritter wurde der Tscheche Tomáš Slavík mit 78 Punkten. Slavík hatte das Auftaktrennen in Chile trotz eines frischen Bänderrisses im Knöchel für sich entscheiden können. Kommentare

Traildevil

vor 3 Jahren 3/27/2023

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Dominik Bosshard