WHAT THE HELL: Backup im Backpack

vor 4 Jahren von Traildevil




«What the Hell!» So heisst unser Blog-Format, in dem wir uns mit aktuellen Mountainbike-Themen auseinandersetzen – von Techtalk und Sport, über Lifestyle und Szene-Gossip bis zu Bike-politischen Themen. Diese Woche geht’s um Bike-Bekleidung: Seid ihr minimalistisch unterwegs oder habt lieber ein paar Sicherheitsreserven? Was ist euer Style der Wahl, wenn die Verhältnisse nicht ganz so sommerlich sind? Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion. Ihr habt Themen für uns: Dann nichts wie her damit unter redaktion@traildevils.ch 
 


Als Redakteurin mit einem Schwerpunkt auf Outdoorsport setze ich mich seit vielen Jahren mit Funktionsbekleidung auseinander. Trotzdem passiert es mir immer wieder: Ich starte zu einer Tour und ziehe nach den ersten Metern im Anstieg meine Jacke aus, um sie dann im Rucksack zu verstauen, wo sich noch eine andere Jacke, ein Wechselshirt und Ich-weiss-nicht-was-noch-alles befinden. Wie dämlich, denke ich mir dann, ich hätte es wirklich wissen können.

Regenrüstung

Diesen Sommer haben wir’s aber auch wirklich nicht leicht. Er hat, zumindest bei uns, was von Herbst: Kühle Temperaturen – gut, das kommt mir persönlich eher entgegen. Und Regen – tut der Natur gut, aber drückt unter Umständen aufs Gemüt. Biken hilft zwar gegen den inneren Blues, aber gleichzeitig wächst auch der Schweinhund, wenn es wie aus Eimern schüttet. Ohne eine gescheite Regenjacke geht schon mal nichts. Was heisst denn gescheit? Zwei oder drei Lagen? Robust oder leicht? Hauptsache dicht, oder? Ja, aber nicht so sehr, dass man im eigenen Saft gart. Klar, es kommt auch darauf an, wie wir fahren, wo und wie lange. Sprich: Wenn’s mit dem Lift bergauf und dann im Park bergab geht, darf auch mal der robuste Regeneinteiler raus, der bei mir ansonsten 360 Tage im Jahr im Schrank liegt. Da ich fast immer bergauf trete, ist er einfach zu oft zu warm. Für den Park dagegen perfekt. Und nach ein paar schlammigen Abfahrten, kann die Rüstung gleich mit dem Ross in den Bikewash. Sehr praktisch!Für längere Touren ziehe ich aber doch die leichtere und wasserdampfdurchlässige Regenhülle vor. Jacke wie Hose. Nebenbei bemerkt: Als Outdoorsport-Redakteure haben wir uns irgendwann mal von dem Wort «atmungsaktiv» verabschiedet. Schliesslich atmet der Stoff nicht wirklich, sondern lässt ganz einfach die Schwitzfeuchtigkeit von innen nach aussen entweichen. In umgekehrter Richtung hält das Material dagegen idealerweise dicht, wenn Regen auftrifft. Das ist das Wesen der Membran.



Je passender die Bike-Bekleidung, desto geringer das Gepäck – oder?

Materialwahl

So weit so gut, ich kenne mich aus. Ich weiss, dass ich auf kürzeren Touren bei warmem Wetter ein Shirt aus Kunstfaser tragen kann. Denn Kunstfasern sind echt schnell, wenn es darum geht, Schweiss von der Haut an die Aussenseite des Stoffes zu leiten, wo er verdunsten kann. Sie trocknen zudem in Windeseile. Bin ich länger unterwegs, auf einer alpinen Tour etwa, wo es mit zunehmender Höhe frischer wird, ist Merinowäsche in Kombi mit der Wind- und Regenjacke eine gute Wahl. Die Wollfasern speichern die Feuchtigkeit und halten mich auch in moderat nassem Zustand warm. Ausserdem können sich Bakterien nur schwer an den Fasern festsetzen, weshalb die Wollshirts auch bei längerem Tragen kaum müffeln. Trocknen tun sie dagegen nur sehr langsam … Sicherheitshalber packe ich also noch ein langärmliges Wechselshirt ein. Vielleicht noch ein zweites Unterhemd? Und wenn es am Gipfel frostig ist? Dann wäre vielleicht doch die Isolationsjacke ganz gut, die stopfe gleich mal mit der Regenjacke zusammen ins Hauptfach … Vielleicht noch ein Paar wärmere Handschuhe? Eine Mütze für später!? O.k., so langsam ahne ich, warum mein Rucksack so voll ist … es liegt am Rucksack: Er ist einfach zu gross. 

Mirjam Milad





Jahrgang 1982, freie Redakteurin, schreibt seit vielen Jahren für unterschiedliche Mountainbike-Medien in Deutschland und der Schweiz. Seit 2020 auch Geschäftsführerin des Mountainbikevereins in Freiburg i. Br.


Kommentare

Traildevil

vor 4 Jahren 8/11/2021

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Dominik Bosshard