Schweizer Olympia Nominationen - ein Luxusproblem

vor 6 Jahren von silvio
Bereits am Montag hat die Selektionskommission von Swiss Olympic die Nomination für die Olympische Spiele bekannt gegeben. Mit nur drei bzw. zwei Slots, sind die Plätze für das Schweizer Team rar. In Rio werden von den 25 weltbesten Mountainbiker deren 7 (6 Schweizer, ein Franzose) aufgrund ihrer Konkurrenz im eigenen Land nicht am Start stehen.


aktuelles Weltcup Ranking

Flückiger besser in Form als Vogel
Erfüllt haben die Selektionskriterien (einmal Top 5 an einem Weltcup) Nino Schurter, Mathias Flückiger, Lars Forster und Florian Vogel. Schurter war als Seriensieger natürlich sowieso gesetzt. Danach war die Entscheidung nicht ganz so eindeutig.

2015 war Vogel in absoluter Topform. Der Focus Fahrer realisierte zwei dritte Ränge sowie zwei vierte Ränge im Weltcup. So klassierte er sich damals knapp vor Flückiger im Worldcup Ranking und gewann ausserdem noch viele andere hochkarätige Rennen.

Doch in diesem Frühjahr war Flückiger ein bisschen überzeugender. Konnte Vogel nur in Cairns ein absolutes Topresultat herausfahren (5. Rang), war Flückiger als Vierter dort sogar noch etwas besser und erreichte in La Bresse zusätzlich noch einen tollen 6. Rang.

Forster ist der Mann der Stunde
Die grosse Frage dürfte somit gewesen sein, wer von den beiden Rapperswilern, Vogel oder Forster, zum Handkuss kommen sollte. Zugute kam Forster, dass er 11 Jahre jünger und eine Hoffnung für künftige Olympiaden ist. Er wird wertvolle Erfahrungen in Rio sammeln können, die er vier Jahre später abrufen kann.

Forster ist in dieser Saison absolut "on fire"! 


(Bild: http://www.bmc-switzerland.com/) Forster in Cairns

Der 22-jährige fährt frisch und frech seine erste Saison in der Elite. Er brachte es mit einem 6. Rang in Cairns und dem 5. Rang in Albstadt zu zwei absoluten Topresultaten gegenüber dem erwähnten 5. Rang von Vogel in Cairns. 

Insbesondere der 6. Rang in Australien liess die Szene aufhorchen. Der BMC Fahrer realisierte in den letzten beiden Umgängen Rundenbestzeiten und kam von Startposition 38 nach vorne gestürmt.
So wie Forster derzeit fährt, kommt das Gefühl auf, dass noch mehr drin liegt. Noch kein Jahr als Profi unterwegs, ist es gut möglich, dass er bis im August den Dominatoren Schurter und Absalon so richtig einheizen kann.

Insofern hat die Kommission richtig entschieden.

Interview mit Lars Forster (Dario Linder/Ride.ch)


Bei den Damen war die Wahl grundsätzlich klar. Jolanda Neff wurde Diskussionslos nominiert. Neben der Rheintalerin holte sich Linda Indergand mit einen sensationellen 2. Rang in Cairns ihr Ticket.
Danach musste sich Indergand allerdings in Albstand und La Bresse von Alexandra Keller schlagen lassen, die zweimal auf den 6. Rang fuhr und somit knapp an den Kriterien vorbeischrammte. 
Keller scheint derzeit bisschen mehr Druck auf dem Pedal zu haben. Für Indergand sprechen aber zusätzlich ihren aktuellen Schweizermeistertitel und der Weltmeistertitel im Eliminator. Damit hat sie bewiesen, dass sie sich bei Titelkämpfen bei der Elite durchsetzen kann. Insofern ist auch diese Nomination durchaus richtig!


(Bild: Stöckli/trail2rio.ch) Keller derzeit etwas schneller?

Jolanda Neff ist übrigens als erste Schweizerin für das olympische Strassenrennen nominiert und darf also zwei Mal um Edelmetall kämpfen.

Sagan fährt Mountainbike Rennen und strebt Medaille an
Strassenweltmeister und vergangener U23 Cross Country Weltmeister Peter Sagan strebte wie Neff einen Doppelstart in Rio an. Die Slowakei bekommt aber nur einen Startplatz zugeteilt, der, so meldet es http://www.cyclingnews.com/, eigentlich Martin Haring gehört hätte. 
Nun tauschen die beiden anscheinend die Plätze. D.h. Sagan fährt das Mountainbikerennen während er Haring seinen Platz im Strassenrennen überlässt (Quelle).

Wie das Portal weiter meldet, ist Sagan überzeugt, dass er ein Topresultat realisieren kann. Das darf stark bezweifelt werden. Auch wenn Sagan möglicherweise am meisten Watt auf die Pedalen bringt, ist mehr als fraglich ob er diese Power so effizient und zielgerichtet auf den Boden bringt wie die Spezialisten. Das ständige Antreten wird dem Showman weh tun und nicht zuletzt die technischen Herausforderungen dürften die Spezialisten leichtfüssiger um- bzw. überfahren. Schlussendlich wird Sagan dem Mountainbikerennen aber erhöhte Aufmerksamkeit bescheren. Schurter und Co. werden dank dem Slowaken ihr ausserordentliches Können einem grösseren Publikum präsentieren können.

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silvio

vor 6 Jahren 6/8/2016

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Dominik Bosshard