Praktisch ausverkauft. Das MONDRAKER ENDURO TEAM Race 2022. Unser Rennbericht

vor 3 Wochen von Traildevil
Praktisch ausverkauft nach ein paar Stunden. Es verwundert uns nicht.  Denn wir fanden es genauso hammermässig wie viele die im 2021 mit dabei waren.

Drei Tage mit einem Team guter Kollegen schier endlose Trails in Davos shredden – das klingt nach einem spassigen Wochenende. Noch spassiger, wenn es sich um das erste gemeinsame Endurorennen handelt. Schnell war der Entschluss gefasst, dass wir uns als Traildevils-Dreierteam zum Mondraker Enduro Team in Davos Klosters anmelden. 

Das Mondraker Enduro Team, das 2021 bereits zum fünften Mal in Davos Klosters stattfand, ist ein Rennformat für Jedermann. Biker haben die Wahl, sich in ambitionierten Zweier-Teams oder aber sogenannten «Funteams» anzumelden. Der Teamgedanke steht dabei immer im Vordergrund: Jede Stage wird zusammen im Team begonnen und beendet, gefahren wird mindestens zu zweit – Solotrips zwecklos. 

Tag 1
Am Donnerstagmorgen treten wir, unser Traildevils-Dreierteam, gemütlich vom Hotel in Richtung Talstation Jakobshorn. Auf geht’s zu unserem ersten Enduro-Rennen!


Die Stages werden jeweils am Vorabend des Renntags bekannt gegeben. Nach einem kurzen Stopp im Raceoffice, können wir am ersten Tag selbstständig die erste Stage in Angriff nehmen. Einzige Bedingung: Wir müssen vor dem Mittag am Start sein. An den darauffolgenden Tagen wird dann jeweils anhand der Rangierungen in Sektionen gestartet.

Der erste Trail vom Jakobshorn in Richtung Sertigtal ist uns bestens bekannt. Nach einem entspannten Start, ist die erste Anspannung schnell verflogen.


Raus aus dem Startgate und rein ins Vergnügen! Vor uns liegen grossartige Trails: Naturbelassen, überwiegend flowig, aber teils auch mit technischen Stellen gespickt. Wir geben Gas und pushen uns gegenseitig den Berg hinunter. Die Strecke ist staubtrocken, bietet aber genügend Grip. Nicht nur der Trail, auch das Wetter ist der Hammer: Sonnenschein pur und angenehme Temperaturen. Nach der Hälfte des Trails spüren wir langsam aber sicher unsere Unterarme und die Hände. Bevor es wirklich übel wird, passieren wir aber auch schon die Ziellinie, wo uns die Volunteers des Mondraker Teams begeistert zujubeln. Die erste Stage liegt hinter uns und wir sind super happy; alle haben Spass und Pannen gibt es keine. Was für ein Start ins Rennen!

Vom Sertigtal geht es zurück zum Rinerhorn, wo die zweite Stage beginnt. Diese hat es mit einigen Tretpassagen und ruppigen Abschnitten in sich. Aber auch sie wird erfolgreich gemeistert. Die dritte Runde führt uns zum Abschluss des Tages nochmal aufs Jakobshorn: Dieses Mal dürfen wir den Trail auf der anderen Bergseite shredden. Allein der Transfer mit seiner gigantischen Aussicht und einigen technischen, teils abschüssigen Stellen, lohnt sich. 
Die letzte Stage verlangt uns dann noch einmal alles ab. Doch das lockende Feierabendbierchen lässt uns die Strapazen vergessen. Feierabend? Noch nicht ganz: Wer das Ziel passiert, muss über den restlichen Trail hinab ins Tal. Der hält vor allem am Schluss einige technische Herausforderungen bereit. Trotz einer kleinen Sturzeinlage meinerseits geniessen wir die Challenge zum Ende des Tages. 


Das ersehnte Feierabendbier muss weiter warten: Wie an allen Renntagen müssen wir erst zurück zur Talstation der Jakobshornbahn, um die Transponder zu deaktivieren. Gleich neben dem Zielraum befindet sich die «Bolgenschanze». Die Bar geniesst bereits Kultstatus. Dort stossen wir endlich auf das Rennen an. Gemeinsam mit altbekannten Freunden und neuen Gesichtern plaudern wir über den zurückliegenden Tag und das, was noch vor uns liegt – bis uns Müdigkeit und Hunger zurück ins Hotel treiben. Schliesslich brauchen wir noch etwas Energie für die kommenden Tage!  

Tag 2
Nach einem kleinen Frühstück, sind wir bereit. Das Wetter verspricht einen grossartigen Tag. Kurzer Bikecheck, die Reparatursets gepackt – und schon sind wir wieder auf dem Weg in Richtung Jakobshornbahn. Der zweite Tag hält ein volles Programm für uns bereit. Los geht es mit einem Trail vom Weissfluhjoch in Richtung Grünsee. Früh am Morgen ist so hoch gelegen noch sehr frisch.  



Trotzdem sind wir nach den ersten Minuten auf der ersten Stage definitiv aufgewärmt. Zwei überraschende Schlammlöcher und einige kleine Uphills fordern unsere Konzentration und unsere Lungen. Ein kurzer Transfer führt uns zu den Stages 2 und 3, beide sind wieder sehr herausfordernd. Sie enden auf dem Trail nach Klosters. Nach all der Anstrengung ist es umso geiler, noch den letzten Teil des Trails mit Sprüngen und Anliegern gemeinsam mit den anderen ins Tal zu jagen.


Nach einem üppigen Mittagessen, begeben wir uns mit einem etwas zu vollen Bauch auf einen superschnellen Trail nach Saas. Der geniale Trail hat aber ein anstrengendes Nachspiel, denn wir müssen zwei- bis dreihundert Höhenmeter zurück nach Klosters pedalieren. 


Stage 5 beginnt am Gotschnagrat. Nochmals heisst es: Volle Konzentration für den technisch anspruchsvollen Trail. Auf den heftigen Sektionen geniessen die Locals eindeutig Heimvorteil. Auch das Material wird auf die Probe gestellt; dennoch überstehen wir auch diese Stage ohne grössere Pannen. Die unterschiedlichen Skills innerhalb unseres Teams machen wir mit jede Menge Team-Spirit wett und pushen uns so gegenseitig ins Ziel. Todmüde und mit leichten Schrammen, machen wir uns am Abend nochmal auf zum Bier und Austausch in die Bolgenschanze. 

Tag 3
Beim Aufstehen schmerzen die Unterarme noch immer. Auch die Oberschenkel begrüssen uns mit Nachdruck. Vielleicht waren die zwei, drei Bier am Vorabend doch etwas kontraproduktiv ... Nach kleineren Motivationsschwierigkeiten, sind wir schliesslich unterwegs zur ersten Stage. Aber: irgendetwas stimmt nicht. Eine Speiche ist defekt. Wir halten, um sie zu kappen und die anderen nachzuziehen. Dann treten wir mit schweren Beinen die rund 400 Höhenmeter in Richtung Schwarzseealp hinauf. Gut, so sind wir immerhin ordentlich aufgewärmt – für die längste Stage des Tages. 


Nach einem flowigen Auf und Ab führt diese in schnellen Sektionen Richtung Klosters. Die Stages 2, 3 und 4 befinden sich alle bei Klosters. Die Trails sind trocken und sehr abwechslungsreich, oberhalb der Baumgrenze eher steinig und technisch, in den Wäldern schnell und wurzlig. Das finden wir super – das Davoser Trail-Paradies rockt! 




Waren Tag eins und zwei schon herausfordernd, hat es Tag drei definitiv in sich. Nach den ersten vier Stages folgen wir dem Panoramaweg zu Stage 5. Von dort geht es das technische Meierhoftäli hinunter und, nach einem späten Mittagessen in der Bolgenschanze, ein letztes Mal hoch zum Jakobshorn. Neben den beiden letzten Trails hält auch das Wetter noch eine Überraschung für uns bereit: Ein Gewitter zieht auf! Oben angekommen setzt auch schon der Regen ein. Ein kräftiger Wind bläst – und wir frösteln. Doch nach der ersten langen Stage ist der Körper wieder warmgelaufen und das Ziel rückt in greifbare Nähe. Der Spass ist nach wie vor vorhanden. Die letzte Stage ist schnell und flowig. Noch ein paar nasse Turns und dann sind wir im Ziel, wo bereits einige Kollegen warten, um mit uns anzustossen. Trotz des immer stärker werdenden Gewitters, ist die Stimmung super. Unter den grossen Sonnenschirmen feuern die Volunteers weiter an, bis auch das letzte Team die Ziellinie überquert hat. Wir düsen ins Appartement, um zu duschen und uns für die Afterparty fertigzumachen. Die Einzelheiten lassen wir beiseite – aber eins können wir sagen: Es wird ein gelungener Abschluss der drei Renntage.

Ein absolut perfektes Bike-Wochenende mit Freunden und Bekannten aus der grossen Bike-Familie ist zu Ende. Mega Trails vor einer grossartigen Kulisse, dazu viel Sonnenschein und nette Leute – Davos, wir kommen gerne wieder! See you next year! 

https://enduro-team.ch/ Kommentare

Traildevil

vor 3 Wochen 12/27/2021

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Hansueli Spitznagel