DNF beim Cape Epic

vor 3 Jahren von konnylooser

Es soll einfach nicht sein! Nach dem Ausstieg von Lucien erlebte ich gestern einer der schlimmsten und schmerzhaftesten Tage im Sattel! Im für mich schon beinahe gewohnten "outcast" Trikot stellte ich mich gemeinsam mit dem Bulls Fahrer Stiebjahn sowie Louw zuvorderst des Starterblockes C, welcher erst um 7.10 Uhr gestartet wird, an die Startlinie. Die Etappe sollte mit 128 Km die längste des diesjährigen Epic's werden. Dass es für mich dazu einer der längsten Tage im Sattel werden würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Zu dritt fuhren wir schon nach wenigen Metern dem gesamten Feld davon und es fühlte sich an, als wären wir auf einer gemütlichen Biketour. Gleich zu Beginn folgte ein langer Anstieg über den Rückgrat des Groenlandberges. Vom Gipfel hatten wir dann eine super Aussicht und nach einer schnellen Abfahrt fingen wir an, immer mehr Fahrer des Startblockes A & B einzuholen. Die Strecke führte über weite Felder in stetigem Auf- und Ab und die Anstiege waren stets sehr steil. Leider spürte ich wie schon gestern auf den letzten Kilometern ein leichtes Stechen im rechten Knie beim Muskelansatz an der Innenseite!

Am Anfang noch ein dumpfer Schmerz, welcher sich mit jedem Kilometer in ein schmerzhaftes Stechen verwandelte. Aus dem Sattel konnte ich mitlerweilen auch kaum mehr und obwohl wir wirklich nicht sehr schnell fuhren, musste ich meine zwei Kollegen nach gut 60 Km ziehen lassen, da ich nur noch ganz langsam und ohne Druck fahren konnte. Was für eine Scheis..... dachte ich nur, denn ich hatte noch nicht einmal die Hälfte und aussteigen wollte ich auch nicht. Ich war so langsam unterwegs, dass mich alle Fahrer, welche ich vorher überholt hatte, wieder einholten. In der zweiten Verpflegung bei Km 80 hielt ich an und kühlte das Knie mit Eis, ebenso in der dritten nach 105 Km. Ich konnte nicht einmal mehr auf der Fläche mit Drucke fahren und fuhr beinahe alles mit dem linken Bein. Die letzten 10 Km schmerzte mein Knie dann dermassen, dass ich es nicht einmal mehr eingeklickt lassen konnte und so fuhr ich alles mit einem Bein bis ins Ziel, das rechte Bein liess ich gestreckt hängen! Nach über 7 Std. erreichte ich schliesslich das Ziel in Worcester.
Nach der Etappe wurde mir dann auch noch schlecht und ich konnte weder etwas essen, noch den eigentlich so wichtigen Proteindrink zur Erholung zu mir nehmen. In der Massage versuchten sie dann mein Bein so gut wie möglich zu lösen und herauszufinden, woher der Schmerz kommt. Neben der normalen Massage drückten sie dann später noch Nadeln (Akkapunktur) in den Muskeln, was unheimlich schmerzhaft war! Kurz vor dem Abendessen wurde mir dann extrem kalt und leider konnte ich rein gar nichts essen. Um 20 Uhr lag ich dann mit Fieber in meinem Bett und versuchte zu schlafen.
Heute Morgen erwachte ich im halben Delirium, dazu war ich völlig kraftlos, da ich gestern den gesamten Tag nichts gegessen habe und ja doch 7 Std. auf dem Bike sass. Ich versuchte etwas zu frühstücken, was mir auch gelang und so stellte ich mich noch einmal an die Startlinie. Das Knie schien beinahe Nebensache geworden zu sein, da es mir körperlich noch wesentlich schlechter ging.
Der Startschuss fiel und mir war sofort klar, dass es einfach unmöglich war, dieses Rennen fort zu setzen. Das Knie schmerzte dermassen und mein Körper streikte, womit ich nach 200 Metern die Ausfahrt nahm und zurück zum Camp fuhr.
In mir herrschte eine unendlich tiefe Leere, denn nun ist das Cape Epic auch für mich definitiv vorbei. So gerne wäre ich das Rennen zum Training noch fertig gefahren und hätte die wunderschöne Landschaft und die Trails genossen. Auch das einzigartige und unbeschreibliche Gefühl, nach 8 Tagen am Ende ins Ziel zu fahren bleibt mir verwehrt. Nicht ein einziges Mal konnte ich beim diesjährigen Epic Vollgas fahren. Ich war weder Teil der Show noch konnte ich meinem Sponsor etwas zurück geben! Die ganze Vorbereitung war schlicht für rein gar nichts und dies bereits zum 4 ten Mal!
Nach meinem Ausstieg wurde ich direkt nach Stellenbosch und somit nach Hause gebracht. Da schlief ich dann beinahe den ganzen Tag und erst am Abend fühlte ich mich ein klein wenig besser! Ich weiss nicht genau, woher das nun alles kommt. Vielleicht schlägt sich die ganze Enttäuschung einfach extrem auf meinen Körper nieder, da auch die gesamte Anspannung weg ist.
Nun versuche ich erst einmal wieder gesund zu werden und mich wieder aufzurappeln, neue Ziele zu suchen und den Weg dazu fest zu legen! Vielen Dank für all die aufmunternden Worte, Mails & Nachrichten! Ich hätte gerne mehr zurück gegeben!
"Stärke ist nicht wo du stehst, sondern wie oft du wieder aufstehst!" Kommentare

konnylooser

vor 3 Jahren 3/20/2015

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Dominik Bosshard